Wallfahrtskirche Maria Strassengel

Wallfahrtskirche Maria Straßengel
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Wallfahrtskirche Maria Strassengel
Am Kirchberg 16
8111 Judendorf-Straßengel
+43/3124/51255 Website Routenplaner

Wie im Märchen – erscheint der Anblick der Wallfahrtskirche Maria Straßengel wenige Kilometer nördlich von Graz. Die kleine Kirchsiedlung erhebt sich weithin sichtbar auf einem Hügel. Pfarrhof, Taverne, das schmucke barocke „Neugebäude“ und die zauberhafte Wallfahrtskirche bilden das hübsche Ensemble. Mit ihrem filigranen Sandsteinturm, ihrer reichen Bauplastik und den originalen Glasgemälden aus dem 14. Jahrhundert zählt sie zu den bedeutendsten hochgotischen Sakralbauten Österreichs.

Schon im 12. Jahrhundert pilgerten Menschen zu einem Marienbild auf dem Straßengler Berg, das Markgraf Otakar III. den Mönchen des Klosters Rein geschenkt hatte. Etwa hundert Jahre später kam ein zweites Objekt der Verehrung hinzu: das Wurzelkreuz, das auf dem Kirchberg aus einer Tanne gewachsen war und ein realistisches Abbild des Gekreuzigten zeigt. Selbst modernste Untersuchungen konnten bisher keine Schnitzspuren an dem etwa 18 cm großen Kreuz feststellen. Die heutige Wallfahrtskirche entstand um die Mitte des 14. Jahrhunderts und wird der Wiener Bauhütte zugeschrieben, die den Stephansdom errichtete. Den „Steirischen Steffl" dominiert der 48 m hohe durchbrochene Turm. Bei näherer Betrachtung entdeckt man daran porträtartige Darstellungen von weltlichen und geistlichen Würdenträgern der Zeit sowie lebensgroße Figuren von Maria und sieben Engeln. Über den Portalen der Kirche eindrucksvolle Reliefs, im Inneren kunstvolle Säulenkapitelle und Schlusssteine. Farbenprächtige Glasmalereien tauchen den Kirchenraum in mystisches Licht. Sie stammen zu einem großen Teil noch aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts und erzählen u.a. Heiligen- und Marienlegenden und die Passion Christi.

An Sebastians- und Nepomukaltar beeindrucken zwei barocke Gemälde, die der bedeutende österreichische Maler Johann Martin Schmidt (Kremser Schmidt) 1781 für Maria Straßengel schuf. Am Schalldeckel der Rokokokanzel halten Engel eine Nachbildung des Wurzelkreuzes in Händen. Das originale Wurzelkreuz ist, nachdem es 1976 gestohlen und wieder gefunden wurde, nur noch bei Gottesdiensten zu sehen. Das zugleich gestohlene Altarbild „Maria im Ährenkleid" aus der Zeit um 1430 blieb verschollen und wurde durch eine Kopie ersetzt.

Übrigens:
Kaiser Josef II. ließ 1782 die Kirche sperren und beabsichtigte sogar, sie abzureißen. Erst eine Petition der vier zum Kirchensprengel gehörenden Gemeinden konnte den Kaiser von seinem Vorhaben abbringen und das gotische Kleinod für die Nachwelt bewahren.

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